Migration und gesellschaftlicher Wandel: Einladung ans Kolleg Postwachstum der Universtät Jena

Unsere Diskussion zum 11.April 2019 wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Gern folgte ich der Einladung der DFG-KollegforscherInnengruppe „Landnahme, Beschleunigung, Aktivierung. Dynamik und (De-)Stabilisierung moderner Wachstumsgesellschaften“, kurz des Kollegs Postwachstum an der Friedrich-Schiller Universität Jena.

Zum Thema „Migration und gesellschaftlicher Wandel“ hatte Dr. Ludger Volmer für das Kolleg einen Rundumschlag kritischer und hörbarer Stimmen eingeladen, um die Auswirkungen von Zuwanderung auf das Hier und Jetzt zu diskutieren.

Die Arbeit des Kollegs setzt an der Erkenntnis an, dass moderne kapitalistische Gesellschaften ihre Stabilität nur dynamisch erhalten können. Gegenstand der Kollegforschung sind daher strukturelle Dynamisierungsimperative der kapitalistischen Moderne: die Steigerungslogik fortwährender Landnahmen, Beschleunigungen und Aktivierungen, die in ihrem Zusammenwirken weltweit historisch neuartige ökonomische, ökologische und soziale Krisen hervorbringen. (in: http://www.kolleg-postwachstum.de)

Mein Vortrag „Generation der Ungewissheit: Flucht und Migration in der MENA-Region“ verband den Makroüberblick Prof. Dr. Jochen Oltmers von der Universität Osnabrück zu Migrationsursachen konzeptuell und inhaltlich mit Judith Altrogges (Universität Freiburg) empirischer Analyse zu Subsahara Afrika. In meinem Beitrag stand der Wandel der Migrationsbeziehung zwischen Europa und MENA-Region der letzten beiden Dekaden  im Fokus.

Allein durch die Kontextualisierung sowohl der interregionalen Beziehungen, als auch der sozio-politischen Verschiebungen in den Gesellschaften des Nahen und Mittleren Ostens lassen sich die Gegenseitige Effekte im Verhältnis von Aufnahmegesellschaft und Zuwanderern, der gegenseitigen  Erwartungen und Idealtypisierung, greifbar machen. Analytischer Schwerpunkt in diesem Zusammenhang sind die erwartbaren Effekte von Migrationserleben im Kontext von Konflikt und Krisen in der MENA-Region einerseits und die Interdependenz von Devianzperzeption zwischen Mehrheitsgesellschaft und Zuwandernden auf individueller, wie auf kollektiver Ebene andererseits.

Wissenschaftlich fundiert, politisch konkret und vorallem engagiert konnte ich von diesem Austausch viel für mich und meine Forschung mit nach Hause nehmen. Wir freuen uns auf unsere Publikation und ich bin mir sicher, dies war nicht unser letztes Treffen – schließlich ist es für mich von Erfurt nach Jena ja ein Katzensprung!

 

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